Times Square oder „Crossroads of the World“

Heute nehme ich euch in meinem Sonntagsvlog mit zu einem der wohl touristischsten Orte New Yorks, dem Times Square.

Der Times Square ist berühmt für seine zahlreichen Leuchtreklamen und wird in den USA oft als „The Crossroads of the World“ genannt. Und das ist nicht ungewöhnlich. Aber seht selbst:

Link zum Sonntagsvlog

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Von mutigen Freiheitskämpfern

Es war als ob ein rauher Faden durch meine leeren Hände glitt. Meine Augen starten wie gebannt auf die liebevolle Stickerei eines unbekannten jungen Mädchens, das vor über hundert Jahren dieses Stickbild aus Dankbarkeit hergestellt hatte. Nur zu gut kannte ich die Bewegung des Kreuzstichs. Schon hunderte Male hatten meine Hände die Bewegung im Grundschulalter vollführt während ich diesem geliebten Hobby nachging. Während Nadel und Faden aufgrund von Zeitmangel schon bald der Vergangenheit angehörten, war ich an diesem Vormittag seltsam bewegt während mich das abgebildete stereotypische Bild in sonderbarer Weise gleichsam berührte und verstörte. Die Stickerei war 1882 an den berühmten farbigen Freiheitskämpfer und Schriftsteller Frederick Douglass von einem Mädchen als Zeichen der Dankbarkeit geschickt worden. Zwei farbige Personen tanzten umrahmt von der Aufschrift „Any holder but a Slave holder“ auf orangefarbenen Hintergrund.

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Die gegenwärtige Ausstellung „Black Citizenship in the Age of Jim Crow“ der New-York Historical Society gibt tiefe Einblicke in die Geschichte des US-amerikanischen Rassismus und des Versuches, diesen zu überwinden. Die kleine, zunächst unscheinbare Stickerei hatte mich auf einer emotionalen Ebene aufgrund ihrer Alltäglichkeit besonders beeindruckt. Der fast bis zur Gegenwart (man denke an „Aunt Jemima Sirup“!) übliche Stereotyp „Jim Crow“ fand in dieser gut gemeinten Stickerei ebenso Verwendung. So tief hatten sich diese Vorstellungen im gesellschaftlichen Gedächtnis eingebrannt. Der Ausdruck Jim Crow war in den USA im 19. Jahrhundert die Bezeichnung für das Stereotyp eines tanzenden, singenden Schwarzen.

Der Freiheitskämpfer und Schriftsteller Frederick Douglass (1918-1895), der als Sklave geboren und durch eine mutige Flucht die Freiheit erlangte, inspirierte viele in diesem schweren Kampf um Freiheit und Gleichheit, die allen Geschöpfen Gottes gelten sollte.

Mehr dazu in meinem Sonntagsvlog: https://youtu.be/U2zCakm_UGk

Eine gesegnete Woche euch allen und liebe Grüße aus New York!

2019-02-10 Von mutigen Freiheitskämpfern

Wolkenkratzer, Hochhäuser und Turmbau zu Babel

An der Westseite Manhattan entsteht bis 2024 ein imposantes Bauprojekt mit 16 neuen Gebäuden, 4000 Wohnungen und über 100 Geschäften. In den nächsten drei Jahren werden gut 10 000 Personen daher in Chelsea zuziehen.

Die imposante Bautätigkeit erinnert mich an die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Davon erzählt mein Sonntagsvlog: https://youtu.be/RB5winPZUWY

Eine gesegnete Woche euch allen und liebe Grüße aus New York!

Sonntagsvlog 6: Martin Luther King Jr., Schnupfen und Phil 4,4

Ganz leise schlich sich die fiebrige Erkältung als laufende Nase an und mutierte sich innerhalb weniger Tage in eine fiebrige Sinusitis. Die wertvollen deutschen Taschentücher gehen mit jedem neuen Niesen bald zuneige und konnten mir die erkältungswunde Nase leider nicht ersparen. Doch bei dieser Erkältung war es anders. Eine Ansprache Martin Luther King Jr.s öffnete mir die Augen, dass Niesen durchaus ein Privileg sein kann.

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Eine ältere Dame hatte mit einem Messer einen Mordanschlag verübt. Die Klinge kam kurz vor seiner Aorta zum stehen. Während Martin Luther King Jr. im Krankenhaus war, erhielt er mehrere Genesungskarten. Namhafte Personen, wie der Präsident, der Vizepräsident sowie der Gouverneur New Yorks waren unter den grüßenden Personen. Doch eine Karte war ihm besonders zu Herzen gegangen, denn sie fasste sowohl herzliche Dankbarkeit als auch seine Menschlichkeit in einfache Worte. Anbei meine Übersetzung dieses kleinen Redeausschnitts:

Ein anderer Brief kam von einem kleinen Mädchen, einem jungen Mädchen, die Schülerin an der White Plains High School war. Ich habe mir diesen Brief angesehen und werde ihn nie vergessen. Er sagte schlicht: „Sehr geehrter Herr Dr. King, ich bin eine Schülerin der neunten Klasse an der Whites Plains High School.“ Sie sagte: „Obwohl es keine Rolle spielen sollte, möchte ich erwähnen, dass ich ein weißes Mädchen bin. Ich habe in der Zeitung über Ihr Unglück und über Ihr Leiden gelesen. Und ich habe gelesen, dass Sie gestorben wären, wenn Sie genossen hätten. Und ich schreibe Ihnen dies nur, um zu sagen, dass ich so glücklich bin, dass Sie nicht genossen haben.

Anbei mein Sonntagsvlog, der diesen Brief und meine Dankbarkeit über das Privileg Niesen zu dürfen zum Mittelpunkt hat.

Sonntagsvlog No. 5: Twitter, Gemeinschaft und Mt 18,20

Mit großem Erstaunen saß ich vor meinem iPhone. Der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Prof. Huber warnte in den Social Media: „Vorsicht, Twitter-Falle: Die Kirche darf nicht denken, sie ist beständig neu, wenn sie sich digitalen Trends anschließt. Sie muss ein Ort sein, an dem sich Menschen begegnen und sich nicht durch Twittern aus dem Weg gehen. […].“ Genau an diesem Ort habe ich unglaubliche Gemeinschaft erlebt. An diesem digitalen Ort habe ich wunderbare Freundschaften geschlossen und erfuhr Unterstützung, die mich zutiefst bewegte.

Als im November die mir neben meinem Mann am nähesten stehende Person verstarb, wurde ich durch die Gebete und Gedanken zahlreicher Twitter-Freunde getragen, während ich mich auf die lange und plötzliche Reise in meine alte schottische Heimat begab. Im Twomplet, dem Abendgebet auf Twitter, wurde für mich und meine Familie in dieser schweren Zeit gebetet. Hier versammelte sich eine christliche Twitter-Gemeinschaft, um vor Gott zu treten und das urchristliche Zeichen der Solidarität, das Gebet, zu setzen. Durch Twitter verbinden sich im Twomplet emphatische und mitfühlende Menschen, die das horizontale Element des Kreuzes Christi darstellen, um im Gebet die vertikale Verbindung zu Gott herzustellen. Sieht so eine „Twitter-Falle“ aus? Bei einer solchen pauschalisierenden Aussage kann ich nur mit dem Kopf schütteln und leise seufzen: „Hat nicht Jesus einst gesagt: Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20 LUT 2017)?

Anbei der Link zu meinem zugehörigen Sonntagsvlog No. 5: Twitter, Gemeinschaft und Mt 18,20

2019-01-20 wo zwei oder drei

Sonntagsvlog No. 4 : Theodore Roosevelt, Glaube und Bibel

Fast lief im typischen New Yorker Laufschritt an dem Ziel meines kleinen Spaziergangs vorbei. Unweit des Flatiron-Gebäudes schmiegte sich fast unscheinbar das dunkelbraune Gebäude in eine Reihe von modernen Gebäuden. Wer hätte gedacht, dass Theodore Roosevelt, der von 1901 bis 1909 der 26. Präsident der Vereinigten Staaten war, in diesem Haus geboren worden war. Nachdenklich sah ich an dem Gebäude hoch. So wenig aufdringlich und pompös wie seine Wurzeln, war auch sein Glaube, der diesen Präsidenten auszeichnete, der als erster Amerikaner den Friedensnobelpreis im Jahr 1906 erhalten hatte.

Von seiner tiefen Verwurzelung im Glauben, die ihn in seinem Amt antrieb, wird in den Medien zumeist wenig berichtet. Besonders sein biblischer Lieblingsvers sprach von dieser grundlegenden Handlungsmaxime: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8 LUT 2017)

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Während mein Blick auf einen kleinen Teddybär auf dem Geländer des Geburtshauses Roosevelts fiel, spürte ich wie jemand mir auf die Schulter tippte. „Excuse me, Ma´am, may I introduce myself…“ Als ich mich umdrehte, lächelte mir Theodore Roosevelt freundlich entgegen. Nun hatte ich die einmalige Gelegenheit mich persönlich mit ihm über Glauben & Leben zu unterhalten.

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Wie die Unterhaltung weiterging könnt ihr in meinem neuesten Sonntagsvlog No. 4 (Link) zu Theodore Roosevelt, Christ im Alltag und Micha 6,8 sehen.

 

 

Immer wieder sonntags

Als ich vor einigen Wochen einen kleinen Twittereintrag gepostet habe, hat sich Miriam Hollstein als Weihnachtsgeschenk 52 biblische Wochensprüche im Neuen Jahr gewünscht.

Daher gibt es nun immer wieder sonntags für sie und alle, die sich Gedanken über Glauben & Leben machen, einen kleinen Vlog, der auf Youtube erscheinen wird. Ich würde mich freuen, wenn ihr dabei wärt! Anbei die drei ersten Sonntags-Vlogs. Viel Spaß beim Ansehen und Nachdenken über Glauben & Leben.

Ein gesegnetes Neues Jahr 2019 wünscht euch aus New York

Miriam Groß

Silvester 2018 – Folge #1 (Link): The Fearless Girl, New York Stock Exchange und Jos 1,9. Für alle New-York-Kenner und -Liebhaber: Wallstreet, New York, NY.

Neues Jahr 2019 – Folge #2 (Link): United Nations, Frieden und Jesaja 2,4. Für alle New-York-Kenner und -Liebhaber: Ralph Bunche Park, 42nd/43rd St und 1st Ave.

Epiphanias – Folge #3 (Link): Kaffeegebete und 1. Thess 5,16-18.

2019-01-06 epiphanias #3 kaffeegebete