Sucht den Frieden und jagt ihm nach!

Elegant gedeckte Tische verwandelten den sonst recht nüchternen Konferenzraum in einen klassisch angenehmen Bankettsaal. Anstatt langer Reden versprach dieser Anblick Kurzweile und heitere Gespräche im Rahmen des Global Forums des AJC.

Eine herzlich-neugierige Unterhaltung unter Personen, die sich unbekannt waren, entfaltete sich, genährt von gutem Essen und noch besseren Wein.

Gespannt hörte ich den Erzählungen meiner Tischnachbarn zu, die von ihrem Leben, ihrer Familie und auch ihrem Beruf berichteten.

Plötzlich schwappte die Welle der Unterhaltung in meine Richtung. „Miriam, erzähle uns von dir! Was machst du beruflich?“ Die Fragende lächelte mir freundlich und auffordernd entgegen. Nun war er da, der Kloß im Hals. Pfarrerin und Deutsche. Ich wusste, dass dies dem bis jetzt locker-heiterem Gespräch einen anderen Verlauf geben würde. Ich erzählte von meiner gegenwärtigen Berufung als Pfarrerin einer Deutschen Gemeinde in New York. Von meinem Engagement im interreligiösen Dialog. Und von der Ehre, die es für mich bedeutete, als Delegierte am Global Forum des amerikanisch-jüdischen Kommittes AJC teilnehmen zu dürfen.

Eine rege Unterhaltung entspann sich hierauf um den Holocaust, den Schmerz dieses durch mein Heimatland vor mehr als zwei Generationen begangenen Völkermordes. Aber auch um die Hoffnung, die bereits an vielen Stellen in Deutschland hervorstrahlt.

Ich war tief bewegt von den großzügigen Worten meiner Tischnachbaren, die den Mut Deutschlands in der Flüchtlingskrise hervorhoben, und der unablässigen Suche nach Frieden, der bereits an vielen Orten Wirklichkeit geworden ist.

Ein wahrhaft biblisches Thema, das, stellvertretend für viele andere, an diesem Tisch amerikanische Juden und eine deutsche Christin zusammenwob:

Suche Frieden und jage ihm nach! (Ps 34,15b)

Advertisements
Standard