Wenn einem immer wieder ein Licht aufgeht

Die Fußtritte kleiner und großer Füße und aufgeregter Stimmen erfüllte den Treppenaufgang.  Doch plötzlich verstummte das geschäftige Treiben vor dem Konzert. Der Blick und die Aufmerksamkeit aller Konzertteilnehmer und Besucher wurde durch ein Kunstwerk im Treppenaufgang magisch angezogen.

Ein bunter moderner Kerzenleuchter schillerte den aufgeregten Konzertbesuchern in vielen Farben entgegen als ob es nichts wichtigeres wie ihn gäbe. Seine Farbenpracht ließ die stolzen, aber nüchternen Steinway-Flügel in den Hintergrund rücken, obwohl diese besonderen und teuren Instrumente alle Besucher in die neue Steinway-Hall am Times Square geführt hatte.

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Diese imposante Lichtkunst wurde von Spencer Finch erstellt, die den Namen „Newtons Theorie von Farbe und Musik“  (1) trägt, und eine Interpretation von Johann Sebastian Bachs´s „Goldberg Variationen“ darstellt.

Um 1665 führte Newton ein Experiment durch, bei dem er weißes Licht durch ein Prisma schickte. Es streute sich in einen Regenbogen verschiedener  Farben (Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violet). In einem zweiten Schritt assoziierte er diese mit sieben korrespondierenden Noten. Der Künstler Finch wiederum verwendete diese Theorie, um Johann Sebastian Bach´s „Goldberg Variationen visuell zum klingen zu bringen. Ein visuelles Fest der Musik, bei dem so manchen Besucher, egal welcher Stimmung er sein mag, vielleicht ein Licht aufgeht, wie es der unbekannte Autor von Psalm 97 schreibt: „Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen und Freude den frommen Herzen.“

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(1) Übersetzung MG. Originaltitel: „Newton’s Theory of Color and Music (The Goldberg Variations)“

 

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