Gebet inmitten von Wäschebergen

Der "Post-Heimaturlaub-Blues" hatte mich voll im Griff. Nach wenig Schlaf dank Jetlag und unruhiger Kinder leerte ich am frühen Morgen nach und nach den Inhalt unserer Koffer-Garnison in die entsprechenden Wäschekörbe. Die zahlreichen, farblich getrennten Wäscheberge ließen erahnen, welches Programm durchlaufen werden musste, bevor ich zwei Tage später wieder zu arbeiten began. Ich seufzte leise in mich hinein. Wenn ich doch nur (Wäsche-) Berge versetzen könnte!

Der Beter von Ps 65 hatte sicherlich ein viel gewichtigeres Problem als er Gott als Zuversichtsspender hervorhob, der Berge versetzen konnte:

Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil, der du bist die Zuversicht aller auf Erden und fern am Meer; der du die Berge festsetzest in deiner Kraft und gerüstet bist mit Macht. (Psalm 65,6-7)

Gott würde kaum bei uns vorbeischauen und mir bei meinen Wäschebergen helfen – doch allein die Vorstellung war höchst amüsant. "Mama?", unterbrach meine Jüngste meine Gedanken während sie ein rotes Wäscheteil dicht vor meine Augen hielt, "Wo gehört das hin?" Da hatte ich sie, meine Gebetserhörung. In Gestalt meiner Jüngsten, die in der nächsten Stunde fleißig mit anpackte.
Ja, Gott erhört Gebete auch inmitten von Wäschebergen.

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