SOUPer Bowl 2020 – eine katholische Highschool lebt Nächstenliebe statt Konsum

Der Parkplatz quoll über vor, während geschäftige Autofahrer ihre Vehikel mal mehr, mal weniger gekonnt durch den dichten Einkaufsverkehr navigierten, um einen der wenigen freien Plätze zu ergattern. Geduldig pflügte ich mich mit meiner Tochter an diesem Samstagnachmittag Richtung Supermarkt und schüttelte etwas genervt und gleichzeitig fasziniert den Kopf. Warum nur hatte ich nicht früher daran gedacht? Heute war der Samstag vor dem Super Bowl LIV. Ausnahmezustand in USA. Selbstverständlich musste für alle amerikanischen Haushalte alles vorbereitet sein für das Mega-TV-Sport-Event. Die Getränke bereit gestellt, das Fingerfood in unmittelbarer Reichweite sein, damit keine Minute des Sportevents nebst spektakulärer Werbungeinlagen verpasst werden musste.

In diesem Jahr wird prognostiziert, dass $ 17,2 Milliarde für dieses Event ausgegeben werden. Dies bedeutet, dass pro Person $ 88,65 an Essen und Trinken sowie Waren und Party-Ausstattung. Dementsprechend dekoriert begrüßte uns der lokale Supermarkt mit allerlei verlockenden Konsumgütern: Kuchen und Cupcakes mit Superbowl-Dekorationen und Logos, allerlei Sonderangeboten für Cola, Bier, Chips und Co. während über der speziell ausgestalteten Auslage Ballons in Football-Form und glänzender Aufschrift schwebten.

Einen knappen Tag früher stand ich staunend in dem Lagerraum der katholischen Stepinac-Highschool, die nur 4 km entfernt vom Supermarkt lag. Mitten im Gedränge des Supermarktes wünschte ich mich mitten im Wochenende zurück an diesen schulischen Ort, der anstatt eines Konsumrausches warme Nächstenliebe ausstrahlte. Haltbare Lebensmittel hatten sich durch viele fleissige Hände in kürzester Zeit dort aufgestapelt, denn der sogenannte „SOUPer Bowl“ hatte die Schüler der katholischen Privatschule motiviert sich für die einzusetzen, die unterhalb der Armutsgrenze lebten und aufgrund des Medien- und Konsumereignisses Super Bowl schnell vergessen wurden.

Der ursprünglich vorgesehene Raum war schnell zu klein geworden. Roxanne Calvello, die Direktorin des Campus Ministry, wurde schnell kreativ und fand neue Orte der Aufbewahrung: eine ehemalige Kappelle wurde zum Lagerort für die wichtigen Lebensmittel umfunktioniert bis sie Feeding Westchester übergeben werden konnten.

Von einem solchen glaubensgemäßen Handeln spricht Matthäus im 25. Kapitel: Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? Oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? Oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. (Mt 25, 37-40 LUT 17)

Über 22 000 Dosen nebst anderen haltbaren Lebensmitteln waren gesammelt worden – die Schule hatte ihr selbstgesetztes Ziel mit 10 000 übertroffen. Welch ein wunderbares Zeichen der Nächstenliebe, das inmitten dieses Sportereignisses der Superlative die nicht vergaß, die aufgrund ihres Lebens am Rande der Gesellschaft lebten und oft übersehen wurden.

Schnell ließ ich die Auslagen für den Super Bowl hinter mir und wendete mich meinem alltagsorientierten Einkauf zu während mich Dankbarkeit und Stolz für die tätige Nächstenliebe der Schüler das Herz erwärmte. Möge sie für uns eine Inspiration sein!

2020-01-31 14.54.05